Wie oft sollte ich Sattel, Trense und anderes Lederzeug pflegen?
Anna Richter: Das kommt ganz darauf an, was man pflegen will. Auf Trensen, Kappzäume und Gurtstrupfen wirkt Zug. Aus Sicherheitsgründen sollte dieses Leder nicht zu weich, aber natürlich auch nicht zu trocken werden. Sonst können die Riemen reißen.
Zügel kommen häufig mit dem Maul des Pferdes in Kontakt und werden bei der Gebissreinigung nass. Die Schnallen können daher etwa einmal in der Woche etwas Fett gebrauchen.
Sitzfläche und Sattelblätter dagegen sind Reibung ausgesetzt. Als Faustregel kann ich empfehlen, Lederequipment etwa alle drei Monate zu säubern und zu fetten.
Anders verhält es sich bei neuen Sätteln oder Sätteln aus Fettleder. Diese sind meistens bereits vor der Auslieferung behandelt worden und sollten zunächst einige Monate genutzt werden, bevor sie erneut gepflegt werden.
Sättel aus Fettleder brauchen unter Umständen nur einmal im Jahr eine Fettbehandlung – wenn überhaupt. Hier sollte man sich auch auf das Gefühl und den Zustand des Leders verlassen.
Wie beginne ich die Lederpflege richtig?
Anna Richter: Ein warmer und trockener Ort eignet sich besser für die Reinigung als eine kalte Sattelkammer. Das ist nicht nur für unsere Hände angenehmer. Auch das Leder lässt sich bei angenehmen Temperaturen besser bearbeiten.
Zuerst sollten Trensen, Sättel und Steigbügelriemen soweit möglich auseinandergebaut werden. Anschließend werden die einzelnen Teile mit einem feuchten – nicht nassen – weichen Schwamm, lauwarmem Wasser und Lederseife gründlich gereinigt.
Besonders wichtig sind die Stellen an Verschlüssen. Dort sammeln sich Talg, Schmutz und Schweiß. Leder sollte niemals eingeweicht werden.
Hartnäckige Verschmutzungen oder Schimmel können vorsichtig mit etwas Essig im Reinigungswasser entfernt werden.
Sattelseife oder 3-in-1-Sattelreiniger?
Anna Richter: Meiner Erfahrung nach können 3-in-1-Lederreiniger auf Dauer problematisch sein. Wir hatten in der Werkstatt bereits Leder, das nach längerer Anwendung solcher Produkte hart geworden war.
Ich bevorzuge deshalb die einzelnen Arbeitsschritte: reinigen mit Lederseife und anschließend – je nach Zustand des Leders – Lederöl oder Lederfett verwenden.
Welche Stellen werden bei der Sattelpflege häufig vergessen?
Anna Richter: Meine große Bitte an die Reiterwelt: Auch die Unterseite des Sattels – also die Sattelkissen – reinigen und pflegen. Sie kommen trotz Schabracke mit dem Schweiß des Pferdes in Berührung. Wird das Leder dort nicht gepflegt, kann es mit der Zeit sehr hart werden.
Auch Schnallen und Steigbügelriemen werden häufig nur oberflächlich gefettet. Sie sollten ebenfalls auf der Innenseite gepflegt werden.
Die Nylonnähte des Sattels dagegen interessieren sich wenig für Öl und Fett.
Wie geht es nach der Reinigung weiter?
Anna Richter: Das Leder sollte zunächst gut trocknen, bevor es gefettet wird. Nasses Leder nimmt Fett nicht gut auf.
Lederprodukte sollten dabei weder direkt auf die Heizung noch in die pralle Sonne gelegt werden. Ein trockener, gut temperierter Ort reicht aus. Fühlt sich das Leder nicht mehr klamm und kalt an, ist es trocken.
Öl empfehle ich vor allem für Leder, das lange nicht gepflegt wurde und entsprechend hart geworden ist oder bereits Schimmel angesetzt hatte. Öl kann tief in das Leder einziehen.
Öl und Fett können auch im Wechsel eingesetzt werden: bei einem Pflegetermin Öl, beim nächsten Fett. Wichtig ist, das Leder nicht zu überpflegen.
Bleibt Fett auf der Oberfläche zurück, wurde zu viel verwendet. Der Überschuss kann einfach wegpoliert werden.
Was sind die Do’s bei der Lederpflege?
Anna Richter:
- Equipment soweit möglich auseinanderbauen
- Sich Zeit für die Lederpflege nehmen
- Pflegeprodukte verwenden, die zum jeweiligen Leder passen
- Auch schwer zugängliche Stellen reinigen und pflegen
- Leder vor dem Fetten gut trocknen lassen
Was sind die Don’ts bei der Lederpflege?
Anna Richter:
- Harte oder raue Schwämme und Bürsten verwenden
- Leder einweichen
- Leder auf der Heizung oder in praller Sonne trocknen
- Zu viel fetten oder ölen – dadurch kann das Leder zu weich werden
- Ranzige Fette oder Öle verwenden
NCP-zertifizierte Lederpflege
Unsere ZEDAN Lederpflegeprodukte sind nach dem Nature Care Product Standard (NCP) zertifiziert. Die Einhaltung der Anforderungen wird jährlich durch die Zertifizierungsstelle ECO Control kontrolliert.
Der NCP-Standard definiert Anforderungen an Produkte aus natürlichen Rohstoffen, die keine Kosmetika sind. Dazu gehören auch Pflegeprodukte für Leder.
So basiert die Aussage „NCP-zertifiziert“ nicht allein auf unserer eigenen Einschätzung, sondern auf einem festgelegten Standard und einer externen Kontrolle.
Hier findest Du alle Kriterien und Informationen zum Nature Care Product Standard (NCP).





























